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Aua! Stolpersteine auf der Bühne




Der Speaker Slam in Stuttgart ist vorbei und einige blaue Flecken wurden davongetragen. Am Speaker Slam der Speakers Excellence in Stuttgart bestritt meinen Auftritt. Doch nicht ganz so wie geplant…


Die sieben Minuten waren eine harte Lebensschule die ich gerne für künftige Auftritte mitnehme. Doch was war geschehen?

Ich begann meine (auswendig gelernte) Rede. Da sieben Minuten echt knapp sind um die Essenzen mitzuteilen, musste ich sie auswendig lernen. Bin noch kein 1'000fach erprobte Rednerin.

Doch da rächten sich zwei meiner Vorbereitungen direkt:

zum einen mein Tanzritual vor den Auftritten. Als ich auch der Bühne stand, schnaubte wie ein Ross nach einem wilden Trab. Das genierte mich derart, dass ich dermassen laut atmete, dass ich unsicher wurde. Sehr unsicher. So baute ich da weniger Kontakt zum Publikum auf, als mir lieb war. Das Publikum schaute mich an, und ich glaubte mit hochrotem Kopf, dass sich alle nur am Atmen stören würden und mir sicherlich nicht zuhörten. ich erkannte null Reaktion der Zuhörer.


Und hier rächte sich meine geglaubte Sicherheit: an genau der Stellte wo ich beim Trainieren feststellte, dass ich nicht zu 100% den Faden wieder finden würde, würde ich unterbrochen, musste ich aus Verlegenheit lachen - und zack – hatte ich einen wichtigen teil der rede verloren.

Nun gut, das wäre nicht weiter schlimm gewesen, wenn ich dadurch nicht weitvolle Zeit der tickenden sieben Minuten verloren hätte. Ich musste zwei Anläufe nehmen, um einigermassen wieder in die Speech zu gelangen.

Das Publikum ist meistens nett zu Menschen, die auf der Bühne am liebsten schimpfend zu sich selbst den Faden im Chaos der Alarmgedanken suchen. Kurz war ich geneigt meine Notizen für diesen Fall zur Hand zu nehmen, doch ich wusste, grundsätzlich hatte ich ja alles im Kopf. Also weitermachen, auch wenn einiges ausgelassen werden musste und nicht perfekt.

Letzten Endes fand ich wieder in die vorbereitete Speech hinein und konnte pünktlich vor der Jury beenden.


Was lerne ich dabei:

  • Trainiere deine Rede noch öfter

  • Verlerne Sie wieder! Denn durch das auswendig lernen, wirke ich eher wie ein Roboter, anstatt authentisch und locker zu sein. Das war ein kritikpunkt den ich sehr ernst nehmen möchte

  • Auch ein Notfallnetz, in Gedanken Merkpunkte und antrainierte Hilfsmittel können versagen – so wie es eben mir passiert war

  • Es tut weh, doch steh auf und mach weiter

  • Eine Fachjury ist die am Bewerten ist, hat weniger Augenkontakt und daher ist der Kontaktaufbau anders

  • Mein Thema kann nicht jeder ab. Gewisse Menschen verliere ich aus Prinzip, weil sie Erotik nicht auf der Bühne oder im Leben sehen wollen. Das soll Privat sein.

  • Immerhin am Ende Zeit-Management eingehalten, trotz Rückschläge. zeit nicht überzogen (wäre in diesem Format nicht erlaubt und nicht möglich gewesen)

  • Essenz-Information (WAS Erotisches Kapital ist) leider vergessen mitzuteilen. Also nächstes Mal ein doppeltes Sicherheitstool zur internen Kurzprüfung ob ich die wichtigen Themen in der Rede gesagt habe – egal was zuvor geschah. Nötigenfalls beim Abbinder einflechten.

  • Gute Ideen und Humor kommt immer erst nach dem Auftritt. Beispielsweise hätte ich meine Scham betreffend das laute Atmen mit einem lockeren Spruch a la «huch, das Thema bringt mich bereits jetzt ausser Atmen» oder ähnlichem sagen können. Aber eben, Schlagfertigkeit ist nicht immer planbar.

  • Mein Outfit sah im Spiegel ganz anders – dezenter ! - aus, als vom Publikum und Kameras. ich war selbst geschockt, als ich das Video gesehen hatte. Besser prüfen, damit die Wirkung erzielt wird, welche erwünscht war.

  • Gefühlt hatte ich lediglich 30% meiner PS auf die Bühne gebracht. Die Jury bewertete immerhin mit 70%

  • Lass dir etwas mehr Zeit bis zum Auftritt. Meine Inhalte dürfen weiter geschärft werden, damit die Message glasklar rüberkommt.

  • Und ganz wichtig: ATME. Ja das sage ich meinen Coachees und in den Videos immer. Weil ich mich wegen des lauten Atem Strohms genierte, atmete ich oberflächlich und kam hierdurch zusätzlich ins Trudeln. Ich habe das Video noch nicht angesehen, weiss aber aus meiner Erinnerung, dass als ich anfing zu lachen, weil ich den Faden verloren hatte, dadurch wieder in den Bauch atmete und mich augenblicklich beruhigen konnte. Also, komme was wolle: ATME Marina, ATME!



Nun, die ersten zwei Minuten der Rede waren für die Tonne. Wenn du meinen Auftritt ganz als Mensch mit Fehlern, Ecken und Kanten, mit intrinsischem Ärger und den Faden suchend dennoch ansehen willst, so werde ich dir die exklusive Möglichkeit als Newsletter Abonnent und getreuer Blogleser geben, die ungeschnittene Rede anzusehen.

Trotz aller Hürden hoffe ich doch, dass der Begriff «Erotisches Kapital» einigen Zuhörern vielleicht neu, aber im Gedächtnis geblieben ist.


Viel gelernt, entdeckt und nun mehrheitlich verdaut, werde ich meine Positionierung schärfen und die Rede fokussierter aufgreifen. Die nächste Bühne kommt.


Lernen werde ich von Eva Engels. Sie hatte mich beeindruckt, da sie in zwei Männerdomänen, die Herren in die Schranken wies:

  • sie gewann in der Kategorie «Management & Führung».

  • gebuchte Speaker sind zu 80% Männer und sie hat als Frau in einem harten Thema "putzt"*


Neidlos ziehe ich den Hut vor ihr und danke ihr, dass wir im Nachgespräch mir gute Tipps gab und wir herausfanden, dass wir nicht nur beide bei dem Militär waren, sondern beide auch professionell fotografieren. Eva, wir sehen uns, auf, vor oder hinter der Bühne!





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